Rechner schaltet sich ab

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Jörg Rustmeier
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Rechner schaltet sich ab

Beitragvon Jörg Rustmeier » Di 7. Mär 2017, 22:11

Selten komme ich einmal dazu, mich Problemen meines Systems zu widmen (eCS 2.1). Nach Kernel-Update (auf 14.106 SMP) funktioniert HIGHMEM ohne Klage und diverse Speicherprobleme sind verschwunden. Auch die neuesten ArcaNoa-Treiber habe ich eingespielt (so ACPI 3.23.05). Was nicht funktioniert, ist die Kontrolle der CPU-Temperatur. Im Normalbetrieb liegt sie bei 60-80° (nach NeoWPS). Bei wenigen Programmen steigt sie darüber hinaus, bis sich jenseits der 128° der Rechner abschaltet. so bei LAME, wenn ich große WAV-Dateien (sagen wir 700MB) konvertiere. Wenn das generierte MP3 70-100MB groß ist geht der Rechner ohne Vorwarnung aus und eine Fehlermeldung wird nicht hinterlassen. Ich habe ein ThinkPad T410. Gruß, Jörg
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ak120
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Beitragvon ak120 » Di 7. Mär 2017, 23:12

Jörg Rustmeier hat geschrieben:Selten komme ich einmal dazu, mich Problemen meines Systems zu widmen (eCS 2.1). Nach Kernel-Update (auf 14.106 SMP) funktioniert HIGHMEM ohne Klage und diverse Speicherprobleme sind verschwunden. Auch die neuesten ArcaNoa-Treiber habe ich eingespielt (so ACPI 3.23.05). Was nicht funktioniert, ist die Kontrolle der CPU-Temperatur. Im Normalbetrieb liegt sie bei 60-80° (nach NeoWPS). Bei wenigen Programmen steigt sie darüber hinaus, bis sich jenseits der 128° der Rechner abschaltet. so bei LAME, wenn ich große WAV-Dateien (sagen wir 700MB) konvertiere. Wenn das generierte MP3 70-100MB groß ist geht der Rechner ohne Vorwarnung aus und eine Fehlermeldung wird nicht hinterlassen. Ich habe ein ThinkPad T410. Gruß, Jörg

Ohne den Prozessortyp und die BIOS-Version zu kennen, ist es etwas schwierig. Zumindest sollten die entsprechenden Einstellmöglichkeiten, z.B. Turbo Boost überprüft und ggf. deaktiviert werden. Tritt dieses Verhalten nur im gedockten und am Netzteil verbundenen Betrieb auf oder auch beim ausschließlichen Batteriebetrieb? Zur Eingrenzung kann man auch einfach sämtlichen meist nutzlosen ACPI-Krempel aus der CONFIG.SYS verbannen. Dann hat man zwar kein (scheinbar funktionierendes) Power Management mehr, aber oftmals einen kühleren Prozessor mit längerer Batterielaufzeit - klingt unlogisch, aber Zweifler mögen bitte selber prüfen und messen.
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Beitragvon Jörg Rustmeier » Mi 8. Mär 2017, 22:03

Es handelt sich um eine Intel Core i5 CPU: http://ark.intel.com/products/49653/Int ... e-2_66-GHz
Einen Turbo Boost finde ich im BIOS nicht. Dort sind aber (standardmäig) folgende Einstellungen vorhanden:
  • Core Multi Processing: Enabled
  • Intel Hyper-Threading: Enabled
  • Intel Virtualization: Enabled
  • VT-d Feature: Disabled
BIOS-Version ist übrigens 1.45 (6IET85WW); das ThinkPad ist ein T410 Type 3537. An ACPI/APM-Einstellungen in der CONFIG.SYS habe ich:
PSD=ACPI.PSD /MAXCPU=1
BASEDEV=APM.ADD
RUN=C:\OS2\ACPIDAEMON.EXE
Ist das alles "ACPI-Krempel"?
Den Rechner betreibe ich immer mit Netzteil. Ob es zur auch im reinen Batteriebetrieb (ohne Netzteil) zur Abschaltung kommt muss ich noch ausprobieren. Gruß, Jörg
Zuletzt geändert von Jörg Rustmeier am Mi 8. Mär 2017, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
Andi B.
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Beitragvon Andi B. » Do 9. Mär 2017, 09:00

Warum /MAXCPU=1?

Hyperthreading soll laut ACPI readme, zumindest alle Dokumente die ich dazu kenne, immer abgeschaltet sein.

Wenn die Temperaturanzeige mit 128° wirklich stimmt, dann kannst du froh sein, dass das Bios alles abdreht. Ist ohnehin schon viel zu heiß. Läuft überhaupt der Lüfter?
Zuletzt geändert von Andi B. am Do 9. Mär 2017, 09:02, insgesamt 1-mal geändert.
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ak120
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Beitragvon ak120 » Do 9. Mär 2017, 17:23

Andi B. hat geschrieben:Warum /MAXCPU=1?


Gute Frage. Eventuell weil nur eine CPU verbaut ist? Kann natürlich sein, daß im OS/2-ACPI damit MAXCORES gemeint sein könnte. Aber bei einem 1-Sockel-System wäre es dann ohnehin sinnlos. Und bei Systemen mit mehreren Sockeln würde man, wie schon zuvor, besser den OS2APIC.PSD verwenden.

Hyperthreading soll laut ACPI readme, zumindest alle Dokumente die ich dazu kenne, immer abgeschaltet sein.


Ist die Situation immer noch so? Aber es gibt wohl kaum (oder keine) Programme unter OS/2, welche daraus einen Vorteil ziehen würden. Am besten im BIOS abschalten. Angeblich gibt es auch den /CPUMASK Parameter, welchen man in Verbindung mit einem Windows- oder UNIX-Betriebssystem im Dual-Boot-Verfahren testen könnte, in dem höchstwahrscheinlich äußerst unwahrscheinlichen Fall einer dortigen tatsächlichen Nutzung von HT-Funktionen.

Wenn die Temperaturanzeige mit 128° wirklich stimmt, dann kannst du froh sein, dass das Bios alles abdreht. Ist ohnehin schon viel zu heiß. Läuft überhaupt der Lüfter?


Die Anzeige mag gewiß stimmen, nur ist die Meßgenauigkeit des entsprechenden AD-Wandlers oftmals ein Scherz. Handauflegen oder Schätzen kann also schon genauer sein. Der Prozessor selbst hat unabhängig von der Firmware bereits Schutzmechanismen bzw. Temperatursteuerungsfunktionen integriert. Abschalten ist diesbesüglich schon einen ziemlicher GAU - welcher eigentlich nur auftreten sollte, wenn das Gerät schon fast in Flammen steht.
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Beitragvon Holger » So 12. Mär 2017, 13:12

Hallo Jörg,

ich würde Dir empfehlen, entweder

- /MAXCPU=1 aber dann auch im BIOS CoreMultiProcessing und HyperThreading auf disabled

- /MAXCPU weglassen und im BIOS mindestens CoreMultiProcessing auf enabled

Begründung (leider etwas technisch):
Ich habe einen X201 mit einem i5 - der Prozessor dürfte Deinem ähnlich sein.
Der Prozessor hat 2 Cores (das sind Prozessor Einheiten mit Rechenwerk, etc), jeder Core hat 2 Registersätze (Hyper Threads).
Obwohl Du nur einen Prozessor hast, kann Dein Prozessor bis zu 4 virtuelle Prozessoren bilden.
Für OS/2 spielt es keine Rolle ob virtuell oder echt, Du kannst das OS mit 4 CPU's laufen lassen.
Voraussetzung ist, dass Du den SMP-Kernel installiert hast (Nachteile s.u.).

Das Problem:
Die ACPI-Unterstützung von OS/2 ist sehr generisch angelegt - man versucht keine CPU-spezifischen Features zu nutzen.
Gerade beim CPU-Power-Management geht es aber kaum ohne. OS/2 verwendet den generischen HLT-Befehl, um eine CPU zu "parken". Früher war das völlig ausreichend, heutige Prozessoren kennen dagegen mehrere C-States und der HLT-Befehl bringt kaum Abkühlung.
Es reicht auch nicht, den HLT-Befehl durch etwas anderes zu ersetzen, man braucht eine andere Art des Parkens. Das ist dann aber Intel-Spezifisch.
Ich habe das bei mir versuchshalber implementiert und damit den Stromverbrauch der CPU deutlich reduziert. Leider geht das nur über einen Hack in ACPI.PSD, weshalb mein Vorgehen nur mit bestimmten Versionen des ACPI-Treibers funktioniert (und kaum jemals offiziell zu bekommen sein wird).

Wenn Du also im BIOS 4 CPU's freischaltest und mit /MAXCPU=1 nur eine verwendest, dann hängen die restlichen 3 CPU's im BIOS und warten auf Initialisierung. Du verbrauchst Strom für nichts. Da ist es besser, CoreMultiProcessing und HyperThreading auf disabled zu setzen, dann sollte das BIOS die nicht genutzten 3 CPU's so parken, dass der Stromverbrauch vernachlässigbar ist.

Willst Du dagegen alle 4 CPU's verwenden, dann musst Du /MAXCPU=1 entfernen, den SMP-Kernel (und die zugehörige doscall1.dll) installieren (wenn nicht bereits geschehen) - kurz auf SMP umstellen. Allerdings sei Dir gesagt, dass zumindest bei mir das mit dem 106-er Kernel nicht zuverlässig funktioniert hat. Der Kernel und der PM haben einige Bugs in Bezug auf SMP und je mehr CPU's im Spiel sind, umso häufiger treten die zu Tage. In der Regel geht es mit 2 CPU's gerade so, d.h. CoreMultiProcessing enabled und HyperThreading auf disabled wäre hier meine Empfehlung.

Unabhängig davon: Ich setze voraus, dass der CPU-Lüfter nicht blockiert ist und der Kanal für die Luft (und der CPU-Kühlkörper) nicht verblockt ist durch Staub etc. Denn eine so hohe Temperatur ist auch bei voller Belastung der CPU eher ungewöhnlich. Da tippe ich eher auf eine nicht funktionierende Kühlung - eventuell auch verursacht durch eine Einstellung im BIOS (dort kann man den CPU-Lüfter oft abschalten für den so genannten "quiet" Modus).


Holger
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Beitragvon thorolf » So 12. Mär 2017, 19:31

Jörg Rustmeier hat geschrieben:Im Normalbetrieb liegt sie bei 60-80° (nach NeoWPS). Bei wenigen Programmen steigt sie darüber hinaus, bis sich jenseits der 128° der Rechner abschaltet. so bei LAME, wenn ich große WAV-Dateien (sagen wir 700MB) konvertiere. Wenn das generierte MP3 70-100MB groß ist geht der Rechner ohne Vorwarnung aus und eine Fehlermeldung wird nicht hinterlassen. Ich habe ein ThinkPad T410. Gruß, Jörg

der T410 mit Core i5 sollte mit unterstützten Betriebssystemen keine Probleme mit der Temperatur haben, vorausgesetzt Lüfter&Co sind in Ordnung, außerdem gibt es Kühler mit zwei Heatpipes, die die Wärme besser abführen. Das hat aber eigentlich nur bei den Core i7 Relevanz. Mein T410 mit i7 geht unter MacOS X auch manchmal einfach aus, die Temperatur liegt aber unter 100°C.

Mit Linux oder Windows passiert das nicht, erkenne ich unter MacOS X eine Situation, wo der Rechner heiß werden könnte, z.B. wenn ich Firefox mit mehreren Fenstern und 50+ Tabs öffne, ziehe ich kurz den "Stecker", dann läuft er auf Batterie, drosselt mehr und wird nicht ganz so heiß. Hat der FF alle Tabs geladen, kann ich wieder sie Stromversorgung anschliessen.

Ansonsten ist das ACPI von OS/2, insbesondere was das Powermanagement anbelangt, immer noch "Alpha", manchmal geht es oft geht es nicht.

Da hilft nur abwarten bis eine bessere Version kommt, MacOS X wird auch nicht "offiziell" unterstützt, da die ThinkPads von der Hardware aber den MackBook Pro's sehr ähnlich sind, läuft aber trotzdem das meiste, sogar so Dinge wie BlueTooth oder Kamera, nur das Powermanagement ist auch nicht 100%, 85% würde es eher treffen!
Grüße,

Thorolf
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Beitragvon Jörg Rustmeier » Mo 27. Mär 2017, 01:24

Hallo Holger, hallo Thorolf,
ich habe nun mehrere Tage lang mit verschiedenen Einstellungen für die CPU experimentiert: Im Moment ist CoreMultiProcessing disabled und HyperThreading enabled. ACPI hat den Schalter /MAXCPU=1 - Die Temperatur liegt nun um die 70°C (NeoWPS). Das ist kühler als vorher. Konvertiere ich eine 700MB-WAV-Datei mit LAME in MP3, steigt die Temperatur bis fast 100°C; der Rechner schaltet sich nicht mehr ab. Ich habe dann dasselbe mit einer 4GB-Datei probiert. Hier wird die CPU offenbar zu heiß; der Rechner schaltet sich ab. Einen Fortschritt habe ich schon mal erzielt. Danke für die detaillierten Beschreibungen! Ich habe einiges gelernt.
Der Lüfter säuselt sehr leise und ganz gleichmäßig. Ich glaube nicht, dass er blockiert. Bei Gelegenheit schaue ich mir das ThinkPad von innen an.
Gruß, Jörg
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Beitragvon ehtron » Mo 27. Mär 2017, 12:17

Hi :)
....Der Lüfter säuselt sehr leise und ganz gleichmäßig....

das spricht eher dafür, das die lüfter-steuerung nicht funktioniert..
und 70° bis gar 100°sind eindeutig zu viel.

damit verursachst du vorzeitigen verschleiss des boards, was die lebenserwartung stark verkürzt ...

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