Zurück in die Zukunft - Aufbau eines 486er OS/2 Warp 3 Retro PC

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Sigurd
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Zurück in die Zukunft - Aufbau eines 486er OS/2 Warp 3 Retro PC

Beitrag von Sigurd » Do 2. Mai 2019, 19:10

Ich hoffe, dass ich hier in der "Projekte" Sektion richtig gelandet bin, der Einleitung hierzu von Frank meine ich entnommen zu haben, dass hier auch "Hardware" Projekte gemeint sind. Sollte dies nicht so sein, so bitte ich den Thread zu verschieben, vielen Dank dafür!

Was habe ich vor:

Ich möchte meinen allerersten PC; welchen ich im Januar 1995 erworben habe, im Urzustand wieder aufbauen. Hierzu werde ich hier unregelmäßig Bauberichte schreiben und (hoffentlich) Lösungen bei technischen Problemen oder Reinigungsfragen geben können. Zudem sollen die nostalgischen Dinge "Drumherum" nach Möglichkeit ebenfalls hier mit aufgenommen werden. Zunächst muss ich alle Teile zusammen bekommen, dann geht es vermutlich bei mir wieder recht schnell 8-)

Warum möchte ich das tun?

Zum einen jährt sich im Januar nächsten Jahres 2020 eben das Datum dieses obigen Erwerbs zum 25.sten Mal. Zum anderen haben mich solche Retro Projekte im Internet, wo alte Hardware restauriert/aufgearbeitet/wieder in Betrieb genommen wird, schon immer fasziniert. Zudem möchte ich gerne wieder die "Langsamkeit" entdecken. Natürlich ist es schön, wenn Moderne PCs quasi im Handumdrehen betriebsbereit sind und sagenhafte Geschwindigkeiten vorlegen. Ich persönlich vermisse es aber doch, wenn es beim Start erstmal rattert, eine Menge an Tönen und Bildern erscheint ehe sich langsam das Betriebssystem entfaltet. Und ich möchte natürlich in Nostalgie schwelgen, so wie dereinst, als Warp 3 nach dem nachträglichen Einbau der ersten Soundkarte mit dem StartupSound startete und ich mit offenem Mund davor saß. Wahnsinn! Natürlich ist es möglich, alles zu Virtualisieren, alle DOS Spiele in der DOSBOX oder mit SCUMMVM zu starten, aber irgendwie ist das nicht dasselbe, das Ambiente fehlt. ;) Auf halbwegs aktueller Hardware habe ich zudem genug Versuche mit OS/2 unternommen, Zeit für die "richtige" Umgebung! Ich hoffe, das mitlesen macht Euch etwas Spaß und ich kann etwas von meinem heutigen - wie damaligen - Enthusiasmus vermitteln.

Was genau wird es denn für einer?

Es wird nach Möglichkeit 1 zu 1 das Modell, welches ich seinerzeit ergattert habe. Wo es unumgänglich ist (z.B. aktuell bei der Videokarte) werden möglichst ähnliche Komponenten genommen. Von diesem PC habe ich tatsächlich noch das Originalgehäuse nebst Netzteil, alle anderen Komponenten waren schon recht schnell gegen schnellere ausgetauscht worden. Da ich an dem Gehäuse zudem noch herumgesägt und weitere Veränderungen vorgenommen habe, ist es hierfür nicht mehr zu gebrauchen, ich muss ein neuwertigeres besorgen.
Und es wird tatsächlich so sein: natürlich hatte VOBIS seinerzeit nicht die "besten, neuesten etc." Komponenten, und man kann sicher mit gleichem Aufwand einen technisch wertigeren PC (bessere Grafikkarte, anderes Board) erstellen, ich möchte aber tatsächlich gerne den bauen, den ich damals angeschafft habe. Von daher bleibt es bei den Komponenten, die damals dabei waren.
Ich habe noch die Originalsoftware CDs von VOBIS aus seinerzeit, es kommen zunächst auch nur diese damaligen Programme "drauf", Updates des Betriebssystems wird es so direkt nicht geben.

Es geht los, wie es damals los ging, mit Werbung!

Hier sieht man einen Ausschnitt aus dem VOBIS Prospekt, welches ich damals für den Kauf zu Rate gezogen habe:
s-l1600 (1).jpg
Vorne Rechts gut zu erkennen ist das OS/2 Logo für die seinerzeit vorinstallierten Versionen.

Hier auf diesen Seiten ist der PC schon zu sehen, mehr dazu später. :)
s-l1600.jpg
Es geht im nächsten Schritt weiter mit der Vorstellung und Bildern der Software, die damals vorinstalliert, sprich "Preload"ed war.
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Sigurd
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Beitrag von Sigurd » Do 2. Mai 2019, 21:28

Ein Blick auf die vorinstallierte Software:

Natürlich, so bin ich ja auch überhaupt zu OS/2 gekommen, es war seinerzeit vorinstalliert. Hier geht es jetzt erst einmal um eine Auflistung der Programme, über die tatsächliche Installation und die Ungereimtheiten dabei berichte ich dann später. Leider war die Liste seinerzeit nicht mit auf der Rechnung, so kann es sein, dass ich hier evtl. etwas falsch wiedergebe. Vom Prinzip sollte es aber so gewesen sein, ich habe noch - bis auf eines - alles im Original da.

EDIT: ich sehe gerade, auf dem Prospekt unter dem OS/2 Symbol sieht man auch eine Auflistung der Software, die dabei sein sollte: es fehlen zu meiner Aufstellung unten :
- der Mitsubishi Hotelführer (ja, kommt mir bekannt vor)
- WISO Reise Spezial (erinnere mich nicht)


Fangen wir mal mit den Datenträgern an:
Software 2.jpg
- IBM OS/2 Warp Version 3 ("Rote" OS/2 VOBIS Version) CD
- IBM OS/2 Warp Bonuspak CD
- IBM OS/2 Installationdiskette (EDIT! Nicht auf dem Bild!)
- IBM OS/2 Diskette 1 für CD ROM (EDIT!)
- Btx Diskette
- Microsoft Windows für Workgroups Version 3.11 "Highscreen" CD
- Microsoft Works für Windows 2.0 (Diskettenabbilder selbst erstellt)
- VOBIS Software CD mit:
- Starwriter 2.0 compact für OS/2 und Windows
- Ways für Windows Version 2.0
- Organice für Windows 1.5
- Corel Draw Version 4.0 inklusive Clipart CD
- Micrografx Snapgrafx für Windows (diese Diskette und Software fehlt mir leider!)

Folgende Dokumentationen und Handbücher waren dabei:
Software 1.jpg
Die aus der speziellen "Nur für den Verkauf gemeinsam mit Hardware erlaubt" Box herauspurzelnde Dokumentation war wieder IBM typisch recht umfangreich. Das Bild sagt eigentlich alles dazu. :lol:

Zusätzlich gab es beim Kauf noch folgende Bücher, wobei ich mir die "Highscreen" Bücher erst auf "penetrantes Nachfragen" hin sichern konnte ;)
Bücher 1.jpg
Auch hier lässt sich alles dem Bild entnehmen.

Eine sehr umfangreiche Ausstattung, wie ich finde, und das Meiste war auch sehr gut zu nutzen.

Unvergessen für mich auch das "Supplement" von OS/2 Inside (bis kurz davor noch "Inside OS/2") mit dem Aufmacher und Editorial: Maximum Warp! Jenem Wahlspruch, den ich mir zu eigen gemacht habe, und der mich auch dazu verleiten ließ, etwas später meine erste Ausgabe einer OS/2 Inside zu kaufen: die Ausgabe 3/1995. Von den gefühlten 100 Seiten habe ich nicht einmal auf 5 verstehen können, worum es eigentlich ging, aber das sollte sich dann etwas bessern. 8-)
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Sigurd
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Beitrag von Sigurd » Fr 3. Mai 2019, 11:52

Softwarelücken schließen:

Ob es damals eine Deutsche Version von Micrografx Snapgrafx gab, weiß ich nicht genau. Eine englische habe ich jedenfalls zum freien Download gefunden und mir aus einer entsprechenden Grafik die CD Hülle erstellt, auch wenn es tatsächlich eine Diskette war.
SnapgrafxCD Hülle.png
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Sigurd
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Beitrag von Sigurd » Mo 6. Mai 2019, 14:31

Die ersten Hardwarebauteile trudeln ein

Die Grafikkarte

Ja, ich weiß nicht genau ob man es Glück oder Pech nennen sollte - seinerzeit in 1995 gab es als Erweiterung des ISA Busses mindestens zwei Konkurrenten um die Ablösung dieses Standards:

- den Video Electronics Standard Association Local BUS (kurz VLB - mehr Infos dazu hier: Vesa Local Bus auf Wikipedia )
- und den Periphal Component Interconnet Bus, welcher sich innerhalb kürzester Zeit durchgesetzt hat (kurz: PCI - mehr Infos dazu hier: PCI Bus auf Wikipedia )

Jedenfalls hatte mein Rechner ein Mainboard mit VLB. Es war ja ein vorkonfigurierter Standard PC von VOBIS seinerzeit, da war immer überhaupt nicht genau klar, welche Komponenten da drin sind. Hersteller wurden nie genannt (vom Prozessor mal abgesehen), lediglich die Speichergrößen, Festplattengröße etc.

Wie sich herausstellte war in meinem vorinstallierten OS/2 PC; der mich auf dem 14 Zoll Monitor Highscreen LE38P mit einer Auflösung von 640 X 480 Bildpunkten und einer Farbtiefe von 16 Farben(nicht 16bit :lol: ) begrüßte; eine Trident 9420DGUi verbaut.

Ernüchterung machte sich besonders breit, nachdem ich festgestellt hatte, dass es dafür gar keine OS/2 Treiber gab. Oje. Mit "Null Ahnung" davon dann mal Dies und Jenes probiert (immer mit der Angst im Hinterkopf, da etwas zu "zerstören"), letztlich konnte ich aus dem 9440er Treiber dann tatsächlich auch etwas stricken, dass die Farbtiefe zumindest mal auf 256 Farben kam. Wenn ich es recht in Erinnerung hatte, konnte der Monitor zudem sowieso keine höheren Auflösungen als 640 X 480 anbieten....

EDIT: hier muss ich mich selbst korrigieren, ich habe dazu noch Daten im Internet gefunden: Die maximale "normale" Auflösung des Monitors waren 800 X 600 Punkte, "interlaced" konnten sogar 1024 X 736 Pixel dargestellt werden, dass sah aber dann grauslich und verwaschen aus, und die Augen schmerzten schon nach kurzer Zeit. Vermutlich habe ich das deshalb schon verdrängt gehabt. :roll:

Ebenso sinnig wie einen mit OS/2 Vorinstallierten PC mit einer nicht für OS/2 tauglichen Grafikkarte anzubieten war die Tatsache, das fast alle Software auf CD ROM mitgereicht wurde, der Rechner aber gar kein CD Laufwerk hatte. Dies war natürlich auch den damals unglaublich hohen Preisen für CD Laufwerke (waren erst neu am Markt) geschuldet, die konnte ich mir schlicht nicht leisten. Und wie nun dann von CD Diskettenimages erstellen? Dazu an anderer Stelle mehr. Kein Wunder jedenfalls, dass sich etliche Neubenutzer direkt von OS/2 abgewandt hatten, bei solch einer Konfiguration.

Zum Glück hatte ich damals sehr akribisch über meine Hardware Buch geführt und habe mir die genauen Bezeichnungen der "Innereien" aufgeschrieben, die Festplatte hätte ich sonst nicht mehr gewusst, zum Beispiel.

Wie gesagt, heute ist dann die Grafikkarte eingetroffen, eine 9420 habe ich noch nicht bekommen, eine 9440 ist es (Im Grunde Baugleich) geworden, und diese sogar tatsächlich gleich mit 2 MB RAM (Luxus!)! Hierzu ließen sich ja eben auch noch die OS/2 Treiber finden!
TRident9940.jpg
Hier mal ein kurzer Auszug aus der Readme des Treibers (im Netz zu finden mittels Suche nach: OS2_9440):

Trident OS/2 Display Drivers

January 1995


Thank you for using Trident display adapter. This Trident OS/2 display
drivers utility supports the following resolutions with OS/2:

640x480x256
800x600x256
1024x768x256
1280x1024x256 (2M)
640x480x65K
800x600x65K (2M)
1024x768x65K (2M)
640x480x16.7M


This utility includes Trident OS/2 display drivers installation
and Trident OS/2 display drivers setting.


Nun warte ich auf das Mainboard, damit ich die Karte auf Funktion testen kann. Das sie unterirdische Leistungswerte hatte, das weiß ich noch, aber so war es halt und so soll es wieder sein!
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Beitrag von Sigurd » Di 7. Mai 2019, 21:25

Weiter geht es mit der Hardware:


Die Festplatte:

Eine Seagate ST3491A, 420MB, IDE ist es seinerzeit gewesen, diese Erkenntnis verdanke ich meiner damaligen "Buchführung" aller PC Anschaffungen der ersten 5 Jahre, die ich peinlich genau aufgelistet hatte. Und die Liste habe ich zum Glück noch. :)

Online wurde ich bei meiner Suche zum Glück schnell für 15 Euro inklusive Versand fündig, heute ist sie soweit einwandfrei eingetroffen. Auf der Oberseite sind auch die Einstellungen für das BIOS für jene PCs aufgedruckt, die die Platten nicht automatisch erkennen konnten. Sehr praktisch!
Seagate1.jpg
Erstaunlich finde ich, dass die Platte zum Schutz vor Vibrationen kleine Gummipuffer integriert hat (siehe roter Kreis):
Seagate2.jpg
Es ist der klassische IDE und Strom Anschluss, Jumper für die Einstellung Master oder Slave sind nicht an gewohnter Stelle zu erkennen.
Seagate4.jpg
Ich werde dann einmal auf der Unterseite schauen bzw. mich belesen, wo ich evtl. die entsprechenden Jumper finden kann, oder ob es diese schlicht und einfach nicht gab bzw. gibt.
Seagate3.jpg
EDIT:

Zwischenzeitlich habe ich das Handbuch ausfindig gemacht, toll, wie ausführlich das seinerzeit noch gewesen ist!
Hier der Auszug mit den möglichen Jumperbelegungen:
JumperFestplatte.jpg
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Beitrag von Sigurd » Di 7. Mai 2019, 21:29

Die Maus:

Auch hier hatte ich Online recht schnell Glück, allerdings war die mit rund 33 Euro schon etwas teurer, aber ich möchte ja nun mal das haben, was ich damals auch hatte, wenn schon - denn schon :lol: ;) .

Die gute, alte serielle Colani Maus von Highscreen respektive VOBIS:
Maus1.jpg
Ich fand sie nicht nur stylisch, sondern sie lag auch besonders gut in der Hand. Ich habe sie bereits an meinem vorhandenen "älteren" PC (siehe nächster Beitrag) ausprobiert und sie funktioniert wie eh und je.
Maus2.jpg
Bedenken hatte ich etwas wegen der Kugel, ob sich diese bzw. die damit verknüpften Sensoren überhaupt noch richtig verhalten würden. Klappt aber! Da kommt so langsam echtes Retro Feeling auf!!
Maus3.jpg
Da ist der serielle Anschluss, das Kabel und die Maus müssen noch vom Gilb befreit werden.
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Beitrag von Sigurd » Do 9. Mai 2019, 20:57

Zurück zum Projekt: Das Mainboard ist da!

Es war bzw. ist wieder ein FIC 486 GIO VT2 Board von "First International Computer". Das hier neu erworbene hat das Herstellungsdatum 3/1995 und damit zwei besondere Vorteile:
Mainboard1.jpg
- es hat den erst bei späteren Versionen verwendeten und manuell aufgesetzten Spannungswandler (siehe roter Kreis), dieser erlaubt einen Einsatz von vielen weiteren Prozessoren, die sich damit in das Board einsetzen lassen
- es hat die letzte verfügbare BIOS Version 3.26 (siehe Orangefarbener Kreis unten Links und Bild hier drunter). Dazu muss man wissen, das dies noch eines der Boards war, wo man das BIOS nicht flashen konnten sondern entweder nur programmieren oder den BIOS Chip selbst austauschen musste.

Insofern also doppeltes Glück, hoffe es funktioniert dann auch richtig!
BIOS1.jpg
Hier ein Blick auf die Unterseite, sieht alles ganz einfach aus, aber Achtung! Im roten Kreis sieht man den einzigen kleinen Chip, der hier angebracht ist. Meiner Meinung nach selten dämlich, denn der ist ja predistiniert zum abreißen.
Mainboard2.jpg

Hier ein Blick auf das Mainboardlayout:
Mainboardlayout1.jpg
Und so ganz nebenbei habe ich schon angefangen, die alten Treiberdisketten etc. zu digitalisieren, so zum Beispiel auch die 32bit Windows 3.11 Festplattentreiber von Seagate für die Festplatte, und diese damit vor dem Verfall zu retten. Und noch so einiges mehr....
Sicherheitskopien.jpg
In den vorherigen Beiträgen habe ich schon bereits Änderungen vorgenommen, wo ich falsche Angaben korrigieren konnte bzw. musste.
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Beitrag von Sigurd » Fr 10. Mai 2019, 11:58

Der Prozessor

Heute der nächste Schritt: der damalige AMD DX2-80 ist eingetroffen. Auf dem VLB Board soll dies ohnehin der "sinnvollste" Prozessor sein, weil dort dann der Bustakt mit 40 Mega Hertz verdoppelt wird, während die PCI Boards normalerweise einen Bustakt von "nur" 33 Mega Hertz hatten. Heute, in Zeiten von Giga Hertz eigentlich kaum noch vorstellbar, das dies damals auch ein wichtiges Kriterium war.
CPU 1.jpg
CPU 2.jpg
Rein aus Performancegründen habe ich mir auch einen AMD DX4-120 bestellt, den wollte ich damals immer haben, hatte dann aber auf ein NexGen Board umgestellt. Der würde in diesem Board hier aber maximal als DX4-100 erkannt. Ich lass mich mal überraschen.
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Beitrag von Sigurd » Do 16. Mai 2019, 16:34

Das Gehäuse

.. ist die Tage rein gekommen. Es ist von außen an der Front schon recht vergilbt, dafür sieht aber der innere Käfig und die Rückseite wesentlich besser aus, als bei meinem eigenen.

Jetzt kann es bald mit ersten Tests losgehen!!! Erstmal werde ich den Ankömmling (ein Pentium 1. Generation soll noch verbaut sein) komplett demontieren, reinigen und dann "Meine richtige" Hardware einsetzen.
OldieFront.jpg
Oldi Back.jpg
Oldiinside.jpg
Hier mal die beiden "Alten" nebeneinander:
2 Oldies.jpg
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Beitrag von Sigurd » So 19. Mai 2019, 17:24

Der erste Test:

Gestern habe ich mal einen ersten Zusammenbau Versuch unternommen, auch wenn ich noch nicht alles sauber und gereinigt und richtig eingestellt habe. Wichtig war mir erstmal zu sehen, ob die vielen Teile aus so vielen unterschiedlichen Quellen überhaupt funktionieren.

Jedenfalls - sie tun es zumindest im ersten Gang!

Auf dem Mainboard sind so viele Jumpereinstellungen nötig, insbesondere zum Arbeitsspeicher, da muss ich erst noch weiter probieren, jedenfalls passt schon einmal der Bustakt und der Verdoppler. ;)

Erstmal alles auf den Tisch gelegt.
Anfang1.jpg
Dann habe ich das Board ("Intel Zappa" mit Pentium I 75 MHz) ausgebaut und auch alles andere.

Hier das neue Board auf die Rückseite gesetzt.
Board1.jpg
Dann den "neuen" alten Prozessor rein, schön, ihn wieder in Aktion zu sehen!
Board2.jpg
Beim ersten Start passierte nichts, die Piepstöne des BIOS (1 X Lang, 3 X kurz) wiesen auf die Grafikkarte. Tatäschlich war diese nicht richtig gesteckt, sprich nicht weit genug in den Slots. Beim zweiten Versuch zeigte das Bootbild unregelmäßige Farb- und Buchstabenfragmente. Noch einmal den Sitz kontrolliert. Beim dritten war das Bild lesbar, aber schwarzweiß. Die Slots noch einmal gereinigt und im vierten Versuch dann...
Board3.jpg
Boom!

Da ist er!

Die Festplatte wurde auch erkannt und bootete auch.
Board4.jpg
Jetzt warte ich auf weitere Teile. Mein Selbstbau Prozessorlüfter hält nicht vernünftig, sobald der Ersatz da ist, geht es ans Eingemachte!

Ich freue mich schon auf den Moment der Installation!!
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Beitrag von Sigurd » Di 21. Mai 2019, 14:25

Drucker und CDROM

Etwas länger habe ich schon mit dem Erwerb meines allerersten Druckers, welchen ich zeitgleich bei VOBIS im Januar 1995 mitgekauft hatte, geliebäugelt. Allerdings bin ich bis vor kurzem nicht fündig geworden. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Bei ebay tauchte ein Stromkabel für 8 Euro für den Drucker auf, da habe ich zugeschlagen. Und nur ein paar Tage später war bei Kleinanzeigen dann der Drucker drin :-) allerdings ohne Stromkabel :-) (Kostenpunkt: 5 (!) Euro ohne Versand!)- manchmal sind die Zufälle schon komisch! :lol:

Es ist ein HP Deskjet 320 gewesen und wieder geworden, der Zustand geht, technisch schein er soweit iO. Ich muss mal schauen, dass ich da vernünftig noch an Druckerpatronen komme, oder die vorhandene, uralte gebrauchte Patrone auffüllen kann. Mal sehen, ob er dann tatsächlich druckt, es gehen jedenfalls die richtigen Lampen an, der Papiervorschub läuft usw.

Mal schauen, ob ich auch noch ein Parallelportkabel finde!
HP320-1.jpg
Dank der Hilfe von Wilfried habe ich heute auch ein "zeitgemäßes" CDROM Laufwerk erhalten, das Mitsumi FX400, ein 4-fach Laufwerk. Und das sogar noch im Originalkarton mit Treiberdiskette! Das muss ich, wie den Drucker auch, noch reinigen und werde sehen, ob es noch läuft. Herzlichen Dank an Wilfried - Spitze!!
4fach-1.jpg
4fach-2.jpg
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Zuletzt geändert von Sigurd am Di 21. Mai 2019, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Sigurd » Mi 22. Mai 2019, 08:19

Installationsversuch 2:

Gestern habe ich sowohl den Prozessorlüfter als auch das Laufwerk von Wilfried eingebaut. Zudem habe ich den zusätzlichen Speicher der Grafikkarte (sie hat beim Start nur 1.024kb angezeigt) wieder aktiv gesetzt, das war ganz einfach - die zusätzlichen Speicherbausteine aus der Fassung einmal vorsichtig entfernen und wieder einsetzen. Wenn doch alles so einfach wäre :lol:

Jetzt zeigt die Karte beim Start jedenfalls die richtigen Werte an.

Übrigens habe ich meinen "alten" TFT Bildschirm vom Server aus dem Büro nach Hause genommen, diesen Samsung hier, der maximal 1024 X 768 Pixel anzeigt und nur einen VGA Anschluss hat. Der sollte eigentlich ideal passen.
Versuch 2 - 1.jpg
Jetzt galt es noch den Arbeitsspeicher richtig zu stecken, so dass er auch in der richtigen Höhe (2 Module a 8 MB = 16 MB) erkannt wird. Es stehen auf dem Board vier SIMM Steckplätze zur Verfügung, sofern ich die beiden Module in die Slots 0 und 1 gesteckt habe, wurden nur insgesamt 8 MB erkannt.

Durch einen Beitrag aus dem DOS Forum bin ich auf diese wunderbare Fundgrube für Details etc. zu alten Mainboards gestoßen: https://stason.org/TULARC/pc/motherboar ... O-VT2.html

Hier konnte ich schnell die richtigen Plätze einsehen (die Module mussten in die Slots 2 und 3) und schon hat es geklappt. Noch viel mehr nützliche Informationen konnte ich hier entnehmen, so auch, dass das Board insgesamt 96MB Arbeitsspeicher unterstützt.

Also dann - frisch ans Installieren:
Versuch 2 - 0.jpg
Booten von der ersten Diskette (tatsächlichen noch Originaldiskette von 1995!) funktionierte tadellos!
Versuch 2 -3.jpg
Nach der Aufforderung zum einlegen der zweiten Diskette verhieß der Anblick des Bootlogos schon nichts Gutes:
Versuch 2 - 4.jpg
Und tatsächlich blieb dann der Installationsvorgang mit einem Lesefehler stehen. So ist also heute diese Diskette noch einmal neu zu erstellen, und dann geht es weiter!
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Zuletzt geändert von Sigurd am Mi 22. Mai 2019, 08:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Sigurd » Mi 22. Mai 2019, 08:27

Derzeitige Abwandlungen vom "Ur-PC":

Hier eine kurze Auflistung, was gegenüber der Kaufversion von 1995 bisher geändert wurde und evtl. auch so bleiben muss bzw. wird:

- Arbeitsspeicher: 16 MB statt 4 MB (das wäre dann doch eine zu große Quälerei, nur mit 4 MB, da wurde doch ständig nur auf die Festplatte "geswappt")

- Grafikkarte: Trident 9440 mit 2 MB statt Trident DGUi 9420 mit 1 MB (bekomme das Original einfach nicht, zudem bessere Auflösung und Treiber für die 9440)

- Soundkarte: Soundblaster 16 Vibra ISA statt ESS688 ISA (letztere noch zu teuer, erste bietet zudem maximale Kompatibilität, Die Pro Audio Basic konnte etwas nicht, MIDI oder WAVE, weiß es nicht mehr genau)

- CD ROM Laufwerk: Mitsumi FX 400 statt KEIN Laufwerk (die Disketteninstallationsorgien wollte ich mir nun wirklich nicht antun ;) )

Ansonsten: alles beim Alten! 8-)
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Beitrag von Sigurd » So 26. Mai 2019, 14:20

Der K(r)ampf mit der Festplatte

Ja, da wurden Erinnerungen wach. Nach dem Einbau wurde die Festplatte vom BIOS korrekt erkannt und eingebunden. Insoweit alles iO. Beim ersten Start von der Platte zeigte sich ein Linux LiLo Bootmanager und startete dann automatisch Linux. Das habe ich abgebrochen.

Nur scheiterten dann ALLE Versuche, irgendwie etwas auf der Platte zu verändern.

- Installation von DOS 6.22 Disketten: FDISK kann die Platte nicht verändern
- Windows 95/98 von Startdiskette gestartet: selbes Problem
- OS/2 Warp 3 und 4: selbes Problem

FDisk kann jeweils alle Partitionen löschen (behauptete es jedenfalls), aber keine neuen anlegen. Tatsächlich waren aber alle Partitionen nach einem Neustart wieder da. Nix tat sich.

Also: Zeit für das Schweizer Armeemesser: DFSEE. Die Version 11.5 habe ich noch als Bootbare CD, und die hat bisher immer geholfen. Nur, zu dumm, der 486er PC bietet keine Möglichkeit von CD zu booten, klar, war damals noch gar nicht vorgesehen. Da traf es sich also gut, dass ich noch den Pentium III 600 PC habe.

Festplatte in den PIII eingehängt,
Seagate5.jpg
von DFSEE CD gebootet, und siehe da, da war sie gut sichtbar:
Seagate6.jpg
Doch leider auch hier, alles was ich versucht habe:

- Partitionen löschen
- MBR löschen
- Wipe MBR
- Alles mit Nullen überschreiben
usw usw usw

-> Nix führte zum Erfolg. Das brachte schon den Gedanken auf, dass die Platte an sich einen defekt haben müsste.

Nochmal begab ich mich auf die Suche im Internet, wie man solch einer IDE Seagate Festplatte noch von einem alten PC beikommen konnte. Ich habe es sogar auf dem PIII mit einer bootbaren Linux Puppy CD versucht, die auch tatsächlich startete, aber auch GParted reklamierte, es könne keine Veränderungen vornehmen.

Dann ein Lichtstreif am Horizont: es gab bzw. gibt immer noch die SEATOOLS FOR DOS, hier zu finden: Download bei Chip: Seatools for DOS , mit welcher man eine bootbare Diskette erzeugen kann (Freedos), die dann ein von Seagate speziell geschriebenes Programm zur Untersuchung der Festplatten startet.

Also: die Platte flux wieder in den alten 486er hinein und von der Diskette gestartet. Hm, das Diagnoseprogramm startete, aber es kam keine Oberfläche, wie ich sie im Netz als Scrennshot gesehen hatte. Es wurden nur Log Dateien erzeugt. Ich besah mir noch einmal genau die dabei noch ausgegebenen Meldungen auf dem Bildschirm: Fehler wegen DPMI stand da auch so sinngemäß.

Na gut, vielleicht sind 16MB RAM zu wenig, also wieder zurück in den PIII der ja 512 MB hat. Und siehe da - es klappte! Das zunächst auf Englisch gestartete Programm ließ sich einfach oben Rechts auf Deutsch umstellen und unterstütze auch die Serielle Maus - Perfekt!

Das Ergebnis war ernüchternd und bestätigte leider meine Befürchtung:
Seagate7.jpg
Seagate8.jpg
Seagate9.jpg
Sektoren der Festplatte sind defekt, damit ist diese für meine Verhältnisse "unrettbar".

Auf der einen Seite natürlich enttäuschend, weil ich so nicht weiterkommen, auf der anderen natürlich halb so wild: Im Gegenteil! 15 Euro inklusive Versand habe ich da in den Sand gesetzt, das lässt sich verschmerzen, aber alles andere am 486er hat dabei den Funktionstest bestanden! :D

Zum glück gibt es diesen Festplattentyp auch recht häufig zu erwerben, also her mit einer anderen! Und ich weiß jetzt auch genau, wie ich Probleme wieder eingrenzen kann.

Und es macht mir unheimlich Spaß! Auf dem PIII habe ich auch einige Sachen gemacht, dazu schreibe ich dann mehr in dem anderen Thread.

Es ist schon erstaunlich, vor zwei Wochen habe ich in meinem Büro selbst einen neuen Server mit Windows Server 2019 und Exchange Server 2019 in Betrieb genommen, da hat sich doch schon viel vereinfacht (das soll keine Protzerei sein, ich habe Blut und Wasser geschwitzt, insbesondere beim Umzug der 65GB SQL Datenbank, die DATEV Installation war dagegen schon einfacher).

Jetzt warte ich erstmal, ob ich zu einem vernünftigen Preis eine Ersatzplatte bekomme. Herrlich. ;) :)
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Beitrag von Sigurd » Mo 10. Jun 2019, 19:37

Hier auch eine Wasserstandsmeldung:

In meinen alten Hardwarekisten habe ich noch Speichermodule gefunden, sodass dieser PC tatsächlich nun 64MB Hauptspeicher vorweisen kann. Da aber auch die zweite Seagate Festplatte nicht funktioniert hat, muss ich nun auf die Dritte warten, die vermutlich Ende der nächsten Woche eintrifft. Dann werde ich hier wohl etwas weiter kommen. ;)
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