Mainboardwechselerfahrungen

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Sepp Mayr
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Mainboardwechselerfahrungen

Post by Sepp Mayr »

Zur allgemeinen Info, Belustigung und Bereicherung des Forums hier ein kurzer Bericht des Umbaues meines ollen Desktop-PCs.
Vor Jahren, also ich nehme schon an dass es mehr als 10 waren hatte ich ihn mir aus Einzelteilen unter dem Aspekt der OS/2-Verträglichkeit zusammengebaut.

Damals das Board 760GA-P43 gefunden. Hatte auch soweit funktioniert,
Sound mit uniaud, Grafik mit Panorama, auch die vorhandenen Betriebssysteme haben sich soweit mit der Hardware als auch untereinander vertragen.
Im Laufe der Zeit kam es immer häufiger nach dem Start zu Abstürzen bei allen BS. OS/2 und Linux ohne jegliche Fehlermeldung, bei Windows gab es zumindest Hinweise dass die Probleme im Bereich der Grafik(karte) liegen.
Auswechseln der Grafikkarte half da auch nicht weiter, das Problem scheint also tiefer in der Architektur gelegen zu haben. Manchmal lief es dann nach Kaltstart auch Stunden problemlos durch.
Da ich das Teil sowieso nicht mehr sehr häufig nutzte hat es mich auch nicht so sehr gestört.
Bis eines Tages mein Sohnematz bei einer Aufäumaktion gestand seinen großen Rechner nicht mehr zu nutzen, außerdem löste sich das Gehäuse gerade in Teilen der Oberfläche auf. Vielleicht kennt es jemand wenn sich die grifige Gummioberfläche auflöst und in die klebrige Flüssigphase übergeht.

Daraus enstand meine Idee Teile diese Rechners in mein Gehäuse einzubauen. Genau genommen das Mainboard GA-Z77-DS3H von Gigabyte.
Etwas Angst und Bange war mir da es ein sog. UEFI-Board ist. Mit UEFI habe ich nicht die geringsten Erfahrungen.
Also zuerst mal eine AOS-DVD in den klebrigen Rechner eingeworfen, das CD-Laufwerk war noch nicht vom Gummikrebs angegriffen da es kene Gummiteile besaß.
Interessanterweise hat die Disc problemlos gestartet, auch die Internetverbindung war sofort da. Danach nicht mehr lange überlegt, Teil mit nach Hause genommen, zerlegt, altes Board bei mir ausgebaut und alle Kabel wieder angesteckt und siehe da, startete erst mal wie gehabt mit AIR-Boot. auch alle Laufwerke vorhanden.

Zuerst AOS gebootet, lief soweit blieb aber beim Netzwerktreiber hängen. Musste ich dann manuell deinstallieren. In irgendeiner Einstellung dann den passenden neuen Treiber ausgewählt, Adapter mit TCP/IP verbunden und nach Neustart lief auch das durch (verkürzte Version).
Windows hat einmal beim Booten angehalten, wahrscheinlich neue Hardware erkannt und danach auch normal gestartet.
Linux hat beim ersten Booten sofort alles erkannt und sah dann aus wie immer.

Fazit:
Ging problemloser als erwartet. Und die Hardware ist deutlich schneller. Windows 10 startet in 10 Sekunden, das war vorher bei ca. einer Minute.
Aber möglicherweise wird da ein trick angewendet. OS/2 - in dem Falle ArcaOS - sieht auch sehr flüssig aus.

Allerdings frage ich mich ob so ein Rechner heutzutage noch sinnvoll ist. Immerhin ist ein 500Watt-Netzteil verbaut.
In USA sind wohl solche energieintensiven Rechner nicht mehr verkäuflich. Ein Hersteller hat da sogar seine Produkte zurück gezogen.
Mein Odroid-N2 mit Kodi bringt auch nicht wenig Rechenleistung, und das mit einem ca. 5Watt-Netzteil.

Zum Schluß noch etwas was ich gar nicht bedacht hatte: Mein Gehäuse ist deutlich schmaler. Der Intel-Prozessor hat einen gigantischen Kühlkörper, ich bekomme den Seitendeckel nicht mehr drauf ...
Mia san mia

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LotharS
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Post by LotharS »

Sepp Mayr wrote:
Tue 10. Aug 2021, 10:56
Zum Schluß noch etwas was ich gar nicht bedacht hatte: Mein Gehäuse ist deutlich schmaler. Der Intel-Prozessor hat einen gigantischen Kühlkörper, ich bekomme den Seitendeckel nicht mehr drauf ...
Eines der wichtigsten Tools heutzutage beim PC-Planen ist halt der Zollstock :lol:
Etwas Angst und Bange war mir da es ein sog. UEFI-Board ist. Mit UEFI habe ich nicht die geringsten Erfahrungen.
War das Bios wohl bereits passend eingestellt?
Allerdings frage ich mich ob so ein Rechner heutzutage noch sinnvoll ist. Immerhin ist ein 500Watt-Netzteil verbaut.
In USA sind wohl solche energieintensiven Rechner nicht mehr verkäuflich.
Hmm, da dürften die Gamer aber traurig sein 8-) Google mal "PC-Gehäuse" und staune über die bunte Vielfalt...
Windows 10 startet in 10 Sekunden, das war vorher bei ca. einer Minute.
Aber möglicherweise wird da ein trick angewendet.
Fremdes Terrain, pssst: Stichworte "Schnellstart", "Aktivierung/Rechnerwechsel"?? ...

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Sepp Mayr
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Post by Sepp Mayr »

Danke für die Rückmeldung.
Den Schnellstart (Win) habe ich jetzt deaktiviert, startet auch so schnell genug und soll man bei SSD weglassen wie ich las.
Zur Ergänzung noch, ich nutze jetzt die Grafikeinheit auf dem Board, eine Intel HD Graphics 4000, Prozessor Intel Core i7 3770K @ 3.50GHz.
USB3 habe mit AOS habe ich nicht probiert, im UEFI habe ich auch nicht herum gerührt, die Einstellungen haben einfach gepasst ;)
Theoretisch sollte SNAP von AN als Extraprodukt heraus gebracht werden, die Rechte hatten sie schon vor Jahren gekauft.
Auf einer Ankündigung hatte ich damals gelesen dass Intel HD 4000 mit auf dem Plan stand …
Mia san mia

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Cif
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Post by Cif »

Hi Sepp,

also das 500W-Netzteil ist definitiv Overkill für das System. Zwar wird nur soviel Leistung gezogen, wie auch tatsächlich angefordert wird, jedoch benötigt auch das Netzteil selbst einen gewissen Eigenanteil. Nach bisheriger Erfahrung ist dieser Eigenanteil höher, je mehr das Netzteil leisten kann. - D.h. ein kleineres Netzteil wäre sinnvoll.

Gehen wirs mal durch:
Die CPU hat einen TDP von 77W [Quelle], RAM vieleicht nochmal 30, onboard-Grafik 10-15W, pro HDD 6W, pro SSD 3W, dann noch ein Leistungsbonus oben drauf.. wegen der Sicherheit, damit das Netzteil nicht immerzu peak-Performance liefern muß.. +50W..

Demnach kannst Du das System locker mit nem 200W-NT betreiben. Und das wird auch nur moderat ausgelastet sein.
Idle-Verbrauch auf dem Desktop sollte sich um die 40-50W einfinden, falls nicht sogar geringer. Sobald das System und seine Komponenten gefordert wird/werden, steigt dieser Verbrauch (in unserem Beispiel auf bis zu 131W), plus Monitor, aber die haben ja heutzutage ohnehin ihr eigenes Netzteil. : )